Samstag, 6. März 2010

Erdbeben in Chile


Am 27. Februar 2010 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben von der Stärke 8.8 auf der Richter Skala das Südamerikanische Land Chile. Dieses Erdbeben ereignete sich gerade mal eineinhalb Monate nach dem verheerenden Beben von Haiti. Doch das Beben von Chile war viel stärker und gefährlicher.

Das Beben von Haiti hatte eine Stärke von 7.0 und das Beben von Chile war mit einer Stärke von 8.8 umgerechnet 500 mal stärker. Es ist schon komisch das man momentan nur wenig über dieses Beben hört und den Schaden den es angerichtet hat, im Vergleich zur medialen Ausbeutung des Bebens in Haiti. Keine Spenden-Hotlines, keine Benefiz-Sitzungen irgendwelcher Superstars und keine Dauerberichte dieser Katastrophe. Eigentlich würde man, naiv betrachtet, erwarten das ein 500 mal stärkeres Beben auch 500 mal so viel Hilfe benötigt. Es ist mir schon sehr suspekt, besonders da ich viele Dinge der Medienindustrie gut verstehe. Es ist logisch das man nicht im einen Monat dem Zuschauer sagen kann "Es gab ein Beben in Haiti, sieh dir an wie schlimm es ist, spende dein Geld" und dann nicht mal zwei Monate später sagen "Es gab ein viel viel viel viel schlimmeres Beben in Chile, sieh dir an wie schlimm es ist, spende dein Geld". Klar, geschäftlich gesehen wäre das schon irgendwie komisch. Doch ich finde es komischer das ich vor Kurzem noch mit Bildern und Nachrichten bombardiert wurde und jetzt gar nichts höre. Das lässt mich doch viel mehr glauben das es den Medien eigentlich nicht um das Wohl der Opfer geht, oder?

Im Vergleich zu Haiti ist die Zahl der Toten in Chile relativ gering, doch die Infrastruktur hat massive Schäden davongetragen. Bevor Haiti überhaupt annähernd geholfen oder wiederaufgebaut werden konnte, liegt jetzt schon wieder eine Nation in Trümmern.

Obendrein war das Beben von Chile das siebtstärkste Erdbeben das jemals gemessen wurde (seit ca. 1900). Das Stärkste hatte eine Stärke von 9.5 und ereignete sich am 22. Mai 1960 in Chile. Im Anschluss an das aktuelle Beben wurden 55 Länder vor einem Tsunami gewarnt. Neuseeland und Hawaii wurden von Tsunamis getroffen, doch die Informationen zu diesen Begebenheiten und deren Ausmaß sind relativ gering.


Krass ist aktuell der Zustand in Chile. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen und die Menschen haben angefangen zu plündern. Viele Menschen haben Geld, doch es gibt keine Läden die offen haben um es auszugeben. Geld bringt nunmal nichts wenn man trotzdem hungert. Mittlerweile hat die Regierung von Chile sogar die Armee aufgefahren um gegen die Plünderungen vorzugehen. Könnte es sein das wir aus diesem Grund momentan so wenig aus diesem Land hören?

Fakt ist das sich vor wenigen Tagen eines der größten je gemessenen Erdbeben ereignet hat und wir von den Medien kaum Informationen über den Sachverhalt, den Schaden und die politische und soziale Lage vor Ort erfahren.


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